Christus-Gemeinde Nettelkamp

Die Geschichte der Christus-Gemeinde

ae, im Nov. 2009

 

Die ev.-luth. Christus-Gemeinde Nettelkamp ist eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch Lutherischen Kirche (SELK). Die SELK ist eine bekenntnisgebundene Kirche auf der Grundlage der Bekenntnisschriften der lutherischen Kirche, wie sie im Konkordienbuch von 1580 zusammengefaßt sind.

Im lutherischen Bekenntnis wird das Wort Gottes bezeugt als die frohe Botschaft, dass Gott durch Jesus Christus dem, der glaubt, aus Gnade das Leben schenkt.

 

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

(Johannes 3,16)

Gemeinden der SELK entstanden im vorletzten Jahrhundert überall in Deutschland, als die lutherische und die reformierte Kirche zur evangelischen Landeskirche zwangsvereinigt wurden und die freie Religionsausübung vom Staat behindert wurde. Die freien lutherischen Gemeinden wurden zunächst vom Staat verfolgt, schließlich aber doch offiziell anerkannt.

Die Geschichte der Christus-Gemeinde Nettelkamp beginnt mit der Erweckungsbewegung von Louis und Theodor Harms in der Lüneburger Heide vor 150 Jahren.

Im Gegenüber zu einer

-  zunehmenden Verweltlichung der Kirche,
- der Vermischung verschiedener Bekenntnisse und
- der staatlichen Einflussnahme auf Kirche und Gottesdienst
 

stand Verkündigung und Lehre der beiden Hermannsburger Pastoren. In weitem Umkreis fanden Pastoren und Gemeinden
 

- zu einem lebendigen christlichen Glauben,
- zu einer Neubelebung des lutherischen Gottesdienstes und
- einer Wiederentdeckung des lutherischen Bekenntnisses.

 

So erging es auch dem damalige Pastor der St.Martins-Kirchengemeinde in Nettelkamp, Pastor Adolf Heicke. Er hielt am lutherischen Bekenntnis fest als es zum Kulturkampf kam zwischen dem aus der Erweckung hervorgegangenen Luthertum und dem preußischen Staat in Hannover.  Wegen „Ungehorsams gegen das Kirchengesetz“ wurde er am 28. Februar 1878 vom Dienst in der Landeskirche suspendiert.

Einige Kirchenvorsteher der Gemeinde und viele Gemeindeglieder in Nettelkamp baten ihren Pastor, sie auch weiterhin geistlich zu versorgen. So kam es schon am 4.April 1878 zur Gemeindegründung der freien evangelisch-lutherischen Christus-Gemeinde Nettelkamp. Noch im gleichen Jahr wurde die Christus-Kirche in Nettelkamp gebaut und ein Jahr später das Pfarrhaus.

So entstand eine freie lutherische Gemeinde, die aus freiwilligen Spenden ihren Pastor und das Gemeindeleben finanziert, die selbständig und unabhängig vom Staat das kirchliche Leben ordnet, die sich in ihrer Praxis ganz nach der Hl.Schrift und den Bekenntnissen der lutherischen Kirche ausrichtet.

 Die alte Kirche der Christus-Gemeinde

(Die alte Kirche der Christus-Gemeinde)

 

Die Christus-Gemeinde heute

Selbständige lutherische Gemeinden und Kirchen bemühten sich von Anfang an auch um die Einheit der Kirche. So schlossen sich verschiedene lutherische Bekenntniskirchen am 25. Juni 1972 zusammen zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Die SELK ist nicht territorial begrenzt wie die Landeskirchen in Deutschland, sondern eine lutherische Kirche, die fast im gesamten Bundesgebiet zu finden ist. Die SELK arbeitet aktiv mit in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und ist weltweit verbunden mit lutherischen Bekenntniskirchen, die im International Lutheran Council (ILC) zusammengeschlossen sind.

 

Selbstverständnis, Aufgabe, Bekenntnisstand der Christus-Gemeinde Nettelkamp

 

(1)  Die Christus-Gemeinde in Nettelkamp steht als Kirche Jesu Christi an ihrem Ort in der Einheit der heiligen, christlichen und apostolischen Kirche, die überall da ist, wo das Wort Gottes rein gepredigt wird und die Sakramente nach der Einsetzung Christi verwaltet werden. Sie bezeugt Jesus Christus als den alleinigen Herrn der Kirche und verkündigt ihn als den Heiland der Welt.

(2) Die Christus-Gemeinde ist gebunden an die Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments als an das unfehlbare Wort Gottes, nach dem alle Lehren und Lehrer der Kirche beurteilt werden sollen. Sie bindet sich daher an die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche, weil in ihnen die schriftgemäße Lehre bezeugt ist, nämlich an die drei ökumenischen Symbole (das Apostolische, das Nicänische und das Athanasianische Bekenntnis), an die ungeänderte Augsburgische Konfession und ihre Apologie, die Schmalkaldischen Artikel, den Kleinen und Großen Katechismus Luthers und die Konkordienformel.