Christus-Gemeinde Nettelkamp

Siehe, dein König kommt zur dir!

Matthäus 21, 5

Liebe Leser,

bis heute gibt es keinen Staatsempfang ohne roten Teppich. Ursprünglich wurde so ein Teppich mit Purpur rot gefärbt, was äußerst teuer war. Eigentlich nur für wertvolle Gewänder bestimmt, war es doch viel zu schade, die Füße auf so einen kostbaren Stoff zu setzen. In der griechischen Sage war darum der rote Teppich den Göttern vorbehalten.

Wer empfängt also die Ehre, auf einem roten Teppich zu gehen? Auch wenn heute Stars und Sternchen sich den Fotografen auf rotem Teppich präsentieren und prominente Gäste sich allabendlich auf ein rotes Sofa setzen, ist noch nicht ganz vergessen, dass es höchste Ehre bedeutet, den roten Teppich auszurollen. So wurde kürzlich diskutiert, ob es angemessen ist, für einen problematischen Staatsgast einen roten Teppich auszurollen.

Wenn aber der „König der Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat“ (1.Tim.6,15), kommen wird, dann liegt es an uns, den roten Teppich auszurollen und ihn mit allen Ehren zu empfangen.

So ist es geschehen bei dem Einzug von Jesus in Jerusalem. Es heißt, „die Menge breitete ihre Kleider auf den Weg, andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber schrie: `Hosianna dem Sohn Davids!´“

 

Auf dem Bild sehen wir, wie jemand sein rotes Gewand, einen Purpurmantel, vor Jesus ausbreitet. Ein Zeichen dafür, dass dieser Mensch Jesus die Ehre gibt: sein Gewand und damit zeichenhaft sich selbst legt er Jesus zu Füßen. Dem, der da sanftmütig auf einem Esel reitet und der Welt den Frieden bringt, wird ein herzlicher Empfang bereitet.

Vom Einzug Jesu, der am Anfang des Kirchenjahres steht, schauen wir auf das Ende des Kirchenjahres, und damit auf das Kommen Jesu in Herrlichkeit. Wenn er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten und sich als Herr aller Herren erweist, dann gilt es, ihn in rechter Weise zu empfangen.

Der Advent stellt uns die Frage, ob wir bereit sind, Jesus zu empfangen: Den roten Teppich auszurollen, unser Bestes ihm zu geben? Nicht nur ein Kleidungsstück hinzugeben, sondern die Lebenshingabe für den König der Herzen. Voller Freude jetzt und dann zu sprechen: „Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in Namen des Herrn!“

Einen gesegneten Advent

 

wünscht Ihnen Pastor Andreas Eisen